Erkrankung der Schild- und Nebenschilddrüse
Störungen der Schild- oder Nebenschilddrüse können den gesamten Stoffwechsel beeinflussen. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze dieser Erkrankungen.
Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse im Halsbereich und produziert die Hormone Triiodthyronin (T3), Thyroxin (T4) sowie Calcitonin. Diese Hormone steuern den Energiehaushalt, regulieren den Herzschlag und die Körpertemperatur und beeinflussen das Wachstum. Die Nebenschilddrüsen sind vier kleine Drüsen an der Rückseite der Schilddrüse und geben das Parathormon (PTH) ab, das den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Knochen und in den Nieren reguliert.
Bei einer Hypothyreose ist die Schilddrüse unteraktiv: Betroffene klagen häufig über Müdigkeit, Kältegefühl, Gewichtszunahme, Obstipation und depressive Verstimmungen. Eine Hyperthyreose führt zu Unruhe, Herzrasen, Gewichtsverlust, Schwitzen und Schlafstörungen. In schweren Fällen können Herzrhythmusstörungen oder ein Myxödem auftreten. Störungen der Nebenschilddrüse zeigen sich durch Hyperparathyreose mit erhöhtem Kalziumspiegel, was Müdigkeit, Nierensteine und Knochenschmerzen verursacht, oder Hypoparathyreose mit vermindertem Kalziumspiegel, der zu Muskelkrämpfen, Parästhesien und Tetanie führen kann.
Ursachen und Diagnose
Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis (Hypothyreose) und Basedow-Krankheit (Hyperthyreose), Jodmangel oder Jodüberschuss, entzündliche Prozesse sowie Tumoren können Schilddrüsenstörungen auslösen. Operationen oder Bestrahlungen im Halsbereich beeinflussen beide Drüsen. Die Diagnose erfolgt über Bluttests, die TSH, freie T3- und T4-Werte, Schilddrüsenantikörper sowie Kalzium- und Phosphatspiegel bestimmen. Ultraschall, Szintigrafie oder bei Verdacht auf Raumforderungen ergänzen die Abklärung.
Therapie und Nachsorge
Eine Hypothyreose wird dauerhaft mit Levothyroxin behandelt, die Dosis richtet sich nach dem TSH-Wert und dem klinischen Befund. Bei einer Hyperthyreose kommen Thyreostatika wie Thiamazol oder Propylthiouracil zum Einsatz, in ausgewählten Fällen ist auch eine Radiojodtherapie oder Operation indiziert. Eine Hyperparathyreose erfordert meist eine chirurgische Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse, eine Hypoparathyreose wird durch Kalzium- und Vitamin-D-Substitution stabilisiert.
Langfristige Kontrollen der Hormon- und Kalziumspiegel sind unerlässlich. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse und bei Nebenschilddrüsenstörungen Knochendichtemessungen werden empfohlen. Eine ausgewogene Jod- und Kalziumaufnahme, eine gesunde Ernährung sowie moderate körperliche Aktivität unterstützen die Stoffwechselfunktionen und beugen weiteren Störungen vor.