Erkrankungen der Nebenniere – Ursachen, Symptome und Therapie
Störungen der Nebennierenfunktion können den gesamten Stoffwechsel beeinflussen und verschiedene Organsysteme beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für eine gezielte Behandlung.
Funktion der Nebenniere
Die Nebenniere besteht aus Rinde und Mark und produziert lebenswichtige Hormone wie Cortisol, Aldosteron und Adrenalin. Cortisol steuert den Glukosestoffwechsel und die Immunabwehr, Aldosteron reguliert den Elektrolythaushalt und Blutdruck, während Adrenalin kurzfristig Energie mobilisiert und den Kreislauf stabilisiert. Eine Fehlregulation dieser Hormone kann zu gravierenden Stoffwechselstörungen führen.
Cushing-Syndrom: Überproduktion von Cortisol
Beim Cushing-Syndrom liegt eine chronische Erhöhung des Cortisolspiegels vor. Symptome sind Gewichtszunahme im Rumpfbereich, Mondgesicht, Hautveränderungen und Muskelschwäche. Begleitend treten Bluthochdruck, Glukosetoleranzstörungen und Osteoporose auf. Ursachen können ein hormonproduzierendes Adenom in der Hirnanhangsdrüse oder in der Nebenniere selbst sowie langfristige Kortisontherapien sein.
Addison-Krankheit: Nebennierenrindeninsuffizienz
Die Addison-Krankheit entsteht durch eine unzureichende Hormonproduktion in der Nebennierenrinde. Typische Anzeichen sind chronische Müdigkeit, Gewichtsverlust, Salzverlangen und Hyperpigmentierung der Haut. Patienten leiden häufig unter niedrigem Blutdruck und Kreislaufproblemen. Autoimmunreaktionen gelten als Hauptursache, selten sind Infektionen oder Tumore verantwortlich.
Diagnostik und Abklärung
Zur Abklärung von Nebennierenerkrankungen dienen Laborparameter wie Serum- und Speichelcortisol, ACTH-Spiegel sowie Elektrolyte. Funktionstests, etwa der Dexamethason-Suppressionstest, helfen bei Verdacht auf Cushing-Syndrom. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT lokalisieren Tumore und beurteilen die Nebennierenstruktur.
Therapie und Langzeitbetreuung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei Cushing-Syndrom kann eine operative Tumorentfernung oder Strahlentherapie erforderlich sein. In Fällen von Addison-Krankheit erfolgt eine lebenslange Hormonersatztherapie mit Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Anpassung der Dosierung sind essenziell, um Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.