Erkrankungen der Nägel: Ursachen, Diagnose und Therapie

Erkrankungen der Nägel: Ursachen, Diagnose und Therapie

Nagelerkrankungen können vielfältige Ursachen haben und beeinträchtigen häufig Ästhetik und Funktion. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht gezielte Behandlungsmaßnahmen.


Die Nägel schützen die empfindliche Nagelmatrix und unterstützen Greif- sowie Abrollfunktionen. Veränderungen wie Verdickung, Verfärbung, Rillenbildung oder Ablösung des Nagels weisen auf unterschiedliche Erkrankungen hin. Häufige Beschwerden umfassen Nagelpilz (Onychomykose), Nagelbettentzündungen, Onycholyse (Nagelablösung) und traumatische Schäden durch Quetschungen oder falsche Fuß- und Handpflege. Auch systemische Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen oder Diabetes mellitus können sich über Veränderungen der Nagelstruktur bemerkbar machen.

Ursachen von Nagelerkrankungen

Erreger wie Dermatophyten, Hefen und seltener Schimmelpilze dringen insbesondere bei feucht-warmen Bedingungen in die Nagelplatte ein und führen zur Onychomykose. Bakterielle Infektionen entstehen meist nach kleinsten Verletzungen oder bei chronischer Belastung. Mechanische Reize durch enge Schuhe, ungleichmäßigen Druck oder wiederholtes Feilen begünstigen Risse und Einrisse. Auch systemische Mangelzustände, etwa Eisen- oder Zinkmangel, können zu brüchigen Nägeln mit Quer- oder Längsrillen führen.

Diagnose und Behandlungsprinzipien

Die klinische Beurteilung durch den Apotheker oder die Apothekerin liefert erste Hinweise auf Ursache und Schweregrad. Bei Verdacht auf Pilzbefall empfiehlt sich ein mikrobiologischer Abstrich zur sicheren Identifikation des Erregers. Anschließend wird entschieden, ob eine topische Therapie mit Antimykotika ausreicht oder eine systemische Behandlung angezeigt ist. Bakterielle Entzündungen erfordern lokal wirksame oder in schweren Fällen systemische Antibiotika.

Mechanische Beschwerden infolge Druckstellen oder Nagelspalten lassen sich durch fachgerechte Kontrolle und Anpassung des Schuhwerks lindern. Bei eingewachsenen Nägeln kann ein Nagelkorrekturschienensystem oder in hartnäckigen Fällen ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein. Begleitend helfen nährstoffreiche Nagelöle und Cremes, um das Nagelbett geschmeidig zu halten und Risse zu vermeiden.

Zur Vorbeugung ist eine ausgewogene Fuß- und Handhygiene essenziell: Nägel regelmäßig in Form feilen, nicht mit scharfen Gegenständen schneiden und nach dem Waschen gut trocknen lassen. Weiche, gut sitzende Schuhe reduzieren Druck und Feuchtigkeit. Ergänzend unterstützt eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung die körpereigene Regeneration der Nagelzellen und stärkt langfristig die Nagelstruktur.